Der Name Rohrdorf wird erstmals im Jahre 1040 erwähnt. Geschichtlich ist die Gemeinde Oberrohrdorf eng mit den Nachbargemeinden Niederrohrdorf (mit Holzrüti und Vogelrüti) und Remetschwil (mit Busslingen) verknüpft, nachdem sie von 1805 bis 1854 unter dem Namen Rohrdorf eine einzige Gemeinde waren. Anschliessend erfolgte die Trennung, so dass Oberrohrdorf und Staretschwil zwar eine Gemeinde bildeten, aber der Zusammenschluss lange nie richtig vollzogen wurde. Erst seit 1974 ist es eine politische Einheit, obwohl die beiden Ortsbürgergemeinden Oberrohrdorf und Staretschwil erst per 1. Januar 2008 vereinigt wurden.

Die Idee zur Prüfung einer allfälligen Zusammenlegung der Gemeinden Oberrohrdorf und Niederrohrdorf zu einer neuen Gemeinde "Rohrdorf" wurde von den Stimmberechtigten im Jahr 2005 an der Urne verworfen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war auch in Oberrohrdorf der überwiegende Teil der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Heute existieren noch 4 hauptberuflich bewirtschaftete Bauernhöfe. Neben vielen gewerblichen Kleinbetrieben siedeln sich inzwischen auch vermehrt international tätige Grossbetriebe an.

Gemeindewappen von Oberrohrdorf

entnommen aus dem Buch "Rohrdorf - Land und Leute im Wandel der Zeit" von Hans Meier sel., Oberrohrdorf

Das heute gültige Gemeindewappen von Oberrohrdorf-Staretschwil hat seine be­sondere Geschichte. Bis zur Französischen Revolution soll das Wappen von Rohrdorf identisch gewesen sein mit demjenigen der "Edlen von Rohrdorf" und ein gewundenes Horn (Ammonshorn) in Gold und Rot aufgewiesen haben.

Nach der Französischen Revolution, als jede Gemeinde des neuen Kantons Aar­gau gehalten wurde, ein Gemeindesiegel zu verwenden, bestand das Gemeinde­wappen von Oberrohrdorf aus einer Kugel, dem so genannten Reichsapfel, mit doppelarmigem Kreuz, war also identisch mit dem Spitalwappen von Baden. Be­kanntlich wurde das Spital Baden, nach dem Tode Kaiser Albrechts von Öster­reich, von Agnes, seiner Tochter, gegründet. Das "Agneskreuz"-Spitalwappen ist über dem südlichen Eingang zur Zehntenscheune mit der Jahreszahl 1660 einge­meisselt. Das schmiedeiserne doppelarmige Kreuz auf der Westseite des Kirch­turms erinnert ebenfalls an das mächtige Habsburgerreich. Das wertvolle Kreuz befand sich bei der alten Kirche (vor 1939) auf dem Chor und wurde beim Abbruch derselben im Jahre 1939 beinahe in die Tiefe geworfen. Für das Jubiläum "150 Jahre Kanton Aargau" musste die Wappenfrage geklärt werden, was gar nicht so einfach war. Nach der Trennung der Gemeinde Rohrdorf im Jahre 1854 in Ober­rohrdorf, Niederrohrdorf und Remetschwil benutzte jede politische Gemeinde ihr eigenes Wappen.

Oberrohrdorf entschied sich damals zu einer Weinrebe und einer Fruchtgarbe. Im Jahre 1893 richtete der damalige Gemeinderat mit Gemeindeammann Martin Vogler an den aargauischen Regierungsrat das Gesuch, zu dem alten Wappen der Herren von Rohrdorf zurückzukehren zu dürfen. Diesem Gesuch wurden je­doch nicht entsprochen. Ein Wappenkünstler kam schliesslich auf die Idee, für die Landesausstellung in Zürich im Jahre 1939 Oberrohrdorf ein neues Wappen mit dem Rohrkolben und dem Weinstock auf weissem und rotem Grund zu entwerfen.

Das Ortswappen von Staretschwil, mit dem schwarzen Keil (Hedinger) auf gelbem Grund, mit dem Stern (Zugehörigkeit zum Kloster "Stella Maris", Wettingen) und dem grünen Birnbaumzweig, war der Staatskanzlei ganz unbekannt. Ph. Kauf­mann, Bellikon, hat dieses Wappen kreiert. Auf Vorschlag von E. Kessler, Sekun­darlehrer, griff die kantonale Wappenkommission auf eine alte Vorlage im Staats­archiv zurück.

Das Gemeindewappen wurde bereinigt und umfasst heute sinnvoll und harmo­nisch folgende Elemente: Der grüne Dreiberg im roten Wappengrund stellt die Hü­gelzüge Kreuzliberg, Heitersberg und Hasenberg dar. Die beiden Rohrkolben er­innern an das frühere Sumpfgebiet beider Rohrdorf. Die drei Blätter symbolisieren die drei 1854 selbständig gewordenen Gemeinden. Der gelbe Reichsapfel mit dem doppelarmigen Kreuz veranschaulicht die Zugehörigkeit zu Habsburg und der weisse, sechsteilige Stern in der Mitte bedeutet die Zugehörigkeit der Ortschaft Staretschwil zum Kloster "Stella Maris", Wettingen.

Anlässlich der Gemeindeversammlung vom 20. Dezember 1953 wurde das neue, von der Staatskanzlei akzeptierte Gemeindewappen den Stimmbürgern vorgestellt und fast einstimmig genehmigt.